Buch zum 500-jährigen Bestehen des Altars

Zum 500-jährigen Bestehen des Altars ist eine Dokumentation über den Altar und seinen Stifter erschienen. Die Autoren sind Bernhard Herrich und Matthias Niedzwicki. Herausgegeben ist diese Dokumentation vom Aschendorff-Verlag.

Der Flügelaltar der Bartholomäuskirche in Rödinghausen wurde im Jahr 1520 von der sogenannten Osnabrücker Schule erstellt. So wurde er im Jahr 2020 fünfhundert Jahre alt. Wegen der pandemischen Lage in 2020 konnte dieser Geburtstag seinerzeit nicht gewürdigt werden, diese Würdigung findet nun in 2021 statt. Parallel dazu ist ein Buch erschienen, in dem besonders ausführliche fotographische Darstellungen einzelner Szenen herausgearbeitet wurden. Auffällig ist, dass der Künstler schon damals die Figuren in den einzelnen Bildern sehr detailgetreu dargestellt hat - im Stil des 16. Jahrhunderts. Auch die Gesichter sind ausdrucksvoll modelliert - eine herausragende Kunst.  
Darüber hinaus werden in der Schrift biblische Bezüge hergestellt, um den Hintergrund der szenischen Darstellung zu herzustellen. Ergänzend gibt es eine kurze Beschreibung in englischer Sprache sowie einen detaillierten zeitgeschichtlichen Hintergrund und Informationen über den Stifter des Altars.

Das Buch von Bernhard Herrich und Matthias Niedzwicki ist im Aschendorff-Verlag, Münster erschienen
und für 12,90 € im Buchhandel sowie online oder auch im Büro unserer Kirchengemeinde erhältlich.

ISBN-Nr.: 978-3-402-24779-2.

 

Das Rödinghausener Altarbild

Das Rödinghausener Altarbild stammt aus dem Jahr 1520. 

 Die Präsentation zum 500-jährigen Altarjubiläum steht weiterhin im Netz. Nebenstehender QR-Code hilft beim Aufruf.

Bitte diesen QR-Code mit dem Handy einscannen oder dazu in der Suchfunktion bei YouTube „Kirchengemeinde Rödinghausen“ eingeben. (Auf die Seiten von YouTube kommt man über: www.youtube.com)

oder einfach hier klicken:

https://youtu.be/ltoTejxV7DU?list=PLjDygBXeiXDZjcYoQ7l69qK45BuTddfGo

Hier eine kurze Zusammenfassung der Darstellungen des Flügelaltars:

 

Zur Beschreibung der einzelnen Bilder wird nach obigem Muster verfahren.

 

Bilder 1 bis 3

 

Bild 1:  Gethsemane

Jesus betet zu Gott. Er ist einam  Unter ihm drei schlafende Jüger, die ihm in seiner Einsamkeit und Not nicht beistehen. Das Bild drückt Einsamkeit aus. Jesus findet seine Kraft im Gebet.

 

Bild 2:  Die Folterung

Das zweite dargestellte menschliche Leid ist die Folter. Jesus wird gefoltert.  Aber er trägt auch dieses Leid mit innerer Kraft.

Im Hintergrund findet man einen Aufdruck, der auf das Entstehunhsjahr des Altars hinweist. M D X X (1520 )

 

Bild 3:  Die Dornenkrönung- die Verspottung

Mit einem dicken Ast wird Jesus die Dornenkrone aufs Haupt gedrückt. Der knienede Mensch vor ihm streckt ihm die Zunge heraus und verspottet ihn.

 

Bilder 4 bis 6

Bild 4: Jesus vor dem Volk in Jerusalem

Jesus steht neben Pontius Pilatus vor dem Volk. Er wirkt nicht von seiner Schuld überzeugt und zeigt dem Volk die Wunden, die die Peinigungen und Schmähungen dem Jesus zugefügt worden waren, indem er den Umhang, den Jesus trägt, leicht zur Seite zieht. Das Volk jedoch beharrt auf seiner Entscheidung und verlangt die Kreuzigung, steht dabei allerdings auf wackligen Beinen.

 

Bild 5: Die Verurteilung

Pontius Pilatus wäscht seine Hände in Unschuld. Doch die anderen Personen um ihn herum zeigen ihm, dass er ihnen hier zu folgen hat. Jesus hingegen steht fest vor ihnen, ihm hilft der Glauben an Gott. Joh. 19,11:  „Du hast keine Macht über mich, wenn sie dir nicht von oben gegeben wäre."

 

Bild 6: Auf dem Weg nach Golgatha

 

Hier sind verschiedene Menschen zu sehen, die unter ihrer Last zu tragen haben. Im Vordergrund Jesus, den die Last des Kreuzes drückt. Neben ihm Simon von Kyrene, der zufasst und ihm hilft. Vom Kreuz fast verdeckt: Maria, die in ihr Tränentuch weint. Johannes ist bei ihr, er wird sie trösten. Vorn neben Jesus steht der Soldat in einer merkwürdigen Pose. Seine Figur wirkt wie ein weiteres Kreuz, aber er ist dabei fröhlich. Er fühlt sich ohne Sünde. Diese trägt Jesus für ihn - er trägt ein doppeltes Kreuz.

 

Bild 7

Bild 7:  Die Mitteltafel

Im Zentrum steht Jesus  am Kreuz. Rechts und links neben ihm zwei gekreuzigte Verbrecher, die im Gegensatz zu Jesus nicht an das Kreuz genagelt sondern gebunden sind. Darüber hinaus sind ihre Gliedmaßen gebrochen, um den Tod schneller herbeizuführen. Zwischen Jesus und den Verbrechern schweben zwei Engel mit Abendmahlskelchen. Der Engel links von Jesus hält seinen Kelch in Richtung des Verbrechers, denn dieser hat seinen Kopf von Jesus abgewendet. Er versucht, ihn umzuwenden. Der andere Engel hat zwei Kelche. Einen davon richtet er an den Betrachter - an das Volk. Er lädt das Volk zum Abendmahl ein. Rechts oben sieht man über den Soldaten - die hier ihren Sieg feiern  - den schwörenden Hauptmann, der offenbar erkannt hat, dass Jesus der Sohn Gottes ist. Mitten unter den Soldaten treffen sich auf dem Pferde zwei Herrscher: Der Jüdische König Herodes und der Römische Prokurator Pontius Pilatus. Sie reichen sich gegenseitig die Hände, eine symbolische Geste, die verschiedene Interpretationen zulässt: Gemeinsame Freude über den Sieg oder eher eine versöhnende Geste unter dem Kreuz Christi.

Auf der anderen Seite des Kreuzes werden andere Gefühle gezeigt. Eine Frau sitzt am Fuße des Kreuzes. Mit dem einen Arm umfasst sie das Kreuz, die andere Hand streckt sie empor, um damit die Gnade Gottes empfangen zu können. Ihr Gesicht ist nicht zu sehen. Man nimmt an, dass es sich um die Frau des Stifters handelt. Links neben ihr sitzt eine Gruppe von Menschen, die sich gegenseitig umarmen und stützen. Sie versuchen dieses schlimme Ereignis innerlich mit gegenseitigem Trost und Gebet zu bewältigen.

Bilder 8 und 9

Bild 8:  Die Beweinung und Bild 9: Die Grab legung

Diese beiden Bilder, die hier untereinander angeordnet sind, müssen  zusammen   gesehen  werden.   Die Bilder verdeutlichen uns menschliche Situationen im Zusammenhang mit dem Tod eines geliebten Menschen.

Die Anzahl der beteiligten Personen fällt hier auf. Es sind auf beiden Bildern sieben Personen, die Zahl sieben ist in der Bibel eine besondere Zahl. So hat auch der Altar links wie rechts sieben Tafeln, wenn man das Zentrum - die Mitteltafel - mitzählt. Denn auf der linken Hälfte ist die Leidenszeit bis zur Kreuzigung auf der rechten Hälfte die Zeit nach der Kreuzigung thematisiert.

 

Bild 9: Die Grablegung

 

Hier ist nun wirklich Trauer eingekehrt. Den Menschen ist bewusst, dass sie Abschied nehmen müssen.

 

Bilder 10 und 11

Bild 10: Die Niederfahrt

Das Tor zur Hölle ist aufgestoßen und liegt unter Jesu Füßen. Jesus befreit die Repräsentanten der Menschheit Adam und Eva. Doch die Versuchung des Menschen ist noch immer vorhanden. Der Teufel lockt von oben herab und Eva blickt zu ihm.  Der erlöste Christenmensch wird immer wieder vom Teufel versucht werden. Der Teufel ist auf diesem Bild weiblich dargestellt, eine Darstellung wie sie um 1500 üblich war.

 

Bild 11:  Die Auferstehung

 

Jesus zeigt sich als Sieger über den Tod. Seine Wundmale sind deutlich dargestellt. Die Wächter wurden überwunden, ihre Versuche, die Auferstehung zu verhindern, scheitern kläglich.

 

Bilder 12 und 13

Bild 12: Die Himmelfahrt

Jesus entschwindet seinen Jüngern, man kann nur noch seine Füße sehen. Zurück bleiben seine Fußspuren - Spuren auf dem Berg.

 

Bild 13: Die Wiederkunft

 

Die Weltkugel liegt unter Jesu Füßen. Die Menschen knien ihn anbetend an.

 

Die Predella

Der das Altarwerk tragende Apostelschrein der Predella (1,93 m breit, 54 cm hoch) ist siebenteilig. In der Mitte steht Christus als Weltenherrscher. In der linken Hand hält er die Weltkugel. Die zwölf Apostel sind in sechs Kästen rechts und links von ihm. In jedem Kasten jeweils zwei von ihnen. Von links nach rechts sind es: Matthäus (Hellebarde), Jakobus minor (Walkerstange), Johannes (Gift-Kelch), Jakobus major (Evangelienbuch und Pilgerstab), Andreas (Schrägkreuz), Petrus (Schlüssel) und rechts von Christus: Paulus (Schwert), Ptholomäus (Messer), Simon (Säge), Judas Thaddäus (Keule), Philippus (Kreuzstab), Thomas (Winkelmaß).

                                  Bild 1

                                  Bild 2

 

                                   Bild 3

 

                                   Bild 4

                                   Bild 5

                                  Bild 6

 

                                   Bild 7

                       Maria unter dem Kreuz

 

                                   Bild 8

                                   Bild 9

                                  Bild 10

                                   Bild 11

                                  Bild 12

                                   Bild 13

Die Predella