St. Jürgen in Bieren - oder Wie heißt die älteste Figur in der Bierener Kirche (von Erwin Möller)
Dem Besucher der Bierener Kirche fällt an der rechten Wand eine alte Heiligenfigur aus Eichenholz auf, die auf einem Drachen steht. Sie hält in der rechten Hand den Kreuzstab mit Speerspitze und in der linken die Bibel. Diese dem Augenschein nach weibliche Figur, die 1908 beim Abriss der alten Fachwerkkapelle (der Klus) in die jetzige Kirche übernommen wurde, hat zu den verschiedensten Deutungen Anlass gegeben. Namen wie Heilige Agnes, Margarete, Martha usw. tauchten auf. In diesen Tagen bekommen wir von einer ehemals Bierener Einwohnerin aus Schmallenberg im Sauerland den unten auszugsweise abgedruckten Brief, der eine plausible Erklärung bringt. Der um Rat gefragte katholische Fachmann für Heiligenfragen erklärte, dass diese Skulptur eine Darstellung des Heiligen Georg sein wird. Da der Name Georg im niederdeutschen Sprachraum gleichbedeutend mit Jörg oder Jürgen ist, wäre damit ein direkter Zusammenhang hergestellt zu einem Flurstück auf der Höge, das im amtlichen Kataster mit "Sankt Jürgen" ausgewiesen ist. Diese acht Scheffelsaat große Ackerfläche war von alters her Kirchenland. Aus den jährlichen Pachteinnahmen wurden die laufenden Kosten zur Instandhaltung der Klus bzw. Kirche bestritten, was auch aktenmäßig belegt ist. Im Zuge der Verkoppelung vor 50 Jahren wurde dieses Land an die Bierener Kirche verlegt (heute das Pfarrgrundstück). Das Flurstück auf der Höge hat aber seinen Namen behalten und erinnert uns daran, dass der Schutzpatron der aus katholischer Zeit stammenden Kapelle Sankt Jürgen war.
Aus einem Brief von E.L. in Schmallenberg/Sauerland (ehem. wohnhaft in Bieren) zur Frage der Holzplastik in der Bierener Kirche: "Heute erreichte uns die Kopie von unserem ,Heiligen?Fachmann'. Als wir ihn nach der ,jungen Frau' mit Schwert und Drachen fragten, die in der Bierener Kirche steht, da war es für ihn eigentlich klar: Es kann nur der Heilige Georg sein. Die Heiligen wurden oft in der Dalmatika dargestellt. Es ist ein kurzes Messgewand, das Gewand des Diakons. Der Diakon ist Priesteramts?Anwärter ? also Verkünder und Streiter Gottes. Dazu kommt das längere Haar, das damals ,in' war."
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